Kehlheim – Archäologisches Museum im Herzogkasten

Ein kleines, aber feines Haus

Einer unserer jüngsten Familienausflüge führte uns an die Donau nach Kehlheim. Ursprünglich wollten wir uns ja eigentlich zumindest Teile des aus insgesamt 18 Stationen bestehenden Archäologiepark Altmühltal ansehen. Aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Und so ging es stattdessen nach Kehlheim in das dortige archäologische Museum.
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Unser Gang durch die Ausstellung des Archäologischen Museums Kehlheim:

Die Dauerausstellung ist größtenteils in einem großen offen Raum im Erdgeschoss untergebracht. Das hat insbesondere bei einem Besuch mit Kindern den Vorteil, dass Mama & Papa, während sie sich selbst informieren, stets ihren Nachwuchs im Blick haben können und gleichzeitig auch die Kinder immer den Aufenthaltsort der Eltern kennen. Dieser Raum ist dem Hauptthema des Museums, der Archäologie, gewidmet. Die insgesamt acht Vitrinen-Inseln stellen exemplarisch an einzelnen Fundorten/-komplexen der Region verschiedene Epochen und Kulturen von den Neandertalern bis zu den Baiuwaren dar. Dabei sind erfreulicherweise nicht nur Standvitrinen im Einsatz, sondern die Funde werden vielmehr an allen Stationen zu einem Großteil in maximal 100 cm hohen Sockelvitrinen mit auch seitlicher Verglasung präsentiert. Sie können so auch schon von kleinen Kindern gut betrachtet werden.

Kehlheim_ArchMus009Insbesondere Eltern kleinerer Kinder, die gewisse Realitäten des Lebens gerne noch etwas von der kindlichen Seele fernhalten wollen, seien an dieser Stelle aber vorgewarnt: Es sind hier auch mehrere Grabfunde inklusive Skelett nachgestellt – kindlich unschuldige Fragen vorprogrammiert…..

Wir haben zuzüglich zum Eintritt auch 50 Cent (!) in das Begleitheft zur Ausstellung für Kinder investiert.

Kehlheim_ArchMus010Zum „Abarbeiten“ der eigentlichen Kapitel mit den entsprechenden Fragen zur Ausstellung waren unsere beiden natürlich noch zu klein. Aber die „Schnitzeljagd“ nach Leitfunden einzelner Epochen aus der Einleitung haben beide mit mit viel Spaß und Eifer mitgemacht. Zusätzlich wurde der Besuch durch mehrere interaktive Stationen sehr abwechslungsreich und kurzweilig. Neben klassischen „experimental-archäologischen“ Angeboten, wie einem Drillbohrer zur Herstellung des Lochs in einem steinernen Axtblattes

Kehlheim_ArchMus001oder dem Gewichtwebstuhl

Kehlheim_ArchMus003(dem es aber leider an der nötigen Spannung fehlte), waren die Kinder vor allem von den Tischen mt dem römischen Mühlespiel

Kehlheim_ArchMus005oder dem Tangram

Kehlheim_ArchMus002und dem Memory mit archäologischen Funden als Motiven angetan.

Kehlheim_ArchMus004Letzteres konnte im örtlichen Museums-Shop auch käuflich erworben werden.

Kehlheim_ArchMus006Obwohl das Museum durch den einen großen Raum sehr übersichtlich und klein wirkt und es auch keinerlei Knöpfe zum drücken oder gar diditale Hilfsmittel für die Vermittlung gab, waren wir so am Ende fast drei Stunden dort, ohne dass die Kinder lustlos das Quängeln begonnen hätten.

Kehlheim_ArchMus011Und auch wenn die Ausstellung zur Stadtgeschichte im OG bezüglich Struktur, Didaktik und Interaktion extrem gegenüber der Archäologie abfiel, hat sich der Besuch auf jeden Fall gelohnt und kann somit auch ruhigen Herzens weiterempfohlen werden.

Unser Fazit zum Archäologischen Museum Kehlheim:

Auch wenn es sich bei dem archäologischen Museum in Kehlheim auf den ersten Blick nur um eine kleine Ausstellung handelt, dann bietet diese doch eine fundierte Aufarbeitung der lokalen Geschichte, die nicht zuletzt auf Grund der gut einsehbaren Vitrineninseln und dem Begleitheft auch schon für Familien mit kleineren Kindern geignet ist. Und sollten diese dann doch die Lust an den Exponaten verlieren, bieten themenbezogene Spiele eine willkommene Alternative.Wir waren sicher nicht das letzte Mal hier.

Kehlheim – Archäologisches Museum im Herzogkasten:  

Über carmen

Archäologin - Studium der Vor- und Frühgeschichte, vergleichende Religionswissenschaft und Ethnologie in Bonn mit Magisterabschluss Mitwirkung an verschiedenen Grabungsprojekten in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Baden-Württemberg als Grabungsleitung. Erfahrungen bei Ausstellungskonzeptionen und als Museumsführer. Als Mutter zweier kleiner Kinder mittlerweile freiberuflich als Archäologin und Museumspädagogin an Kindergärten und Schulen tätig.


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