Dellach – Besucherzentrum GeoPark Karnische Alpen oder wie Geologie, Paläontologie und Archäologie unter einen Hut gebracht werden

Wenn man als Wanderer in den Karnischen Alpen unterwegs ist, fallen einem über kurz oder lang die hier so vielfältig vertretenen Gesteinsarten und -formationen auf. Will man sich hierüber etwas näher informieren, bietet sich ein Besuch im Besucherzentrum des GeoParks in Dellach an.

Dellach - 004Schon im Eingangsbereich kann man einige typische Gesteinsarten einmal im direkten Vergleich betrachten und anfassen. Den eigentlichen Beginn des Museums bildet ein etwa 15 minütiger Einführungsfilm zur Geschichte der geologischen Forschung in diesem Gebiet und der hierbei aufgedeckten erdgeschichtlichen Entwicklung der Karnischen Alpen, mit dem man in die Thematik eingestimmt wird.

Bei unserem Besuch nahm sich die Mitarbeiterin im Anschluss Dellach - 000ausführlich Zeit, um uns und vor allem die Kinder auch einmal verschiedene Gesteinsproben, Versteinerungen oder auch Reste der lokalen Eisenverhüttung in Form unterschiedlicher Schlacken in die Hand nehmen zu lassen. Hierfür ist neben dem Kassenbereich extra ein offenes Regal eingerichtet, das den Besuchern einen viel direkteren Zugang zu den Fundstücken der Region ermöglicht, als dies über Vitrinen möglich ist. Zusätzlich findet sich hier auch ein Tisch mit Malangebot für die Kinder, der dann auch schnell in Beschlag genommen wurde.

Dellach - 001Dieser ist auch vom ersten Ausstellungsraum aus gut einsehbar, so dass Erwachsene in Ruhe die hier an die Wand gehängten Würfelvitrinen mit einzelnen ausgewählten Exponaten betrachten können, während die Kinder sich noch anderweitig beschäftigen. In unserem Fall waren die Malarbeiten aber in dem Moment vergessen, wo wir uns für die Vitrinen zu interessieren begannen. Und nachdem in weißer Voraussicht für die Kinder auch mehrere Schemel und für die kleineren sogar ein Stuhl zum darauf steigen bereit gestellt waren, ging es bald gemeinsam in Reih und Glied von Vitrine zu Vitrine.

Dellach - 002Trotz der auf den ersten Blick einheitlichen Gestaltung ist der Raum dabei zweigeteilt. Während die Vitrinen an der Rückwand und auf der rechten Seite mit gelblichem Licht unterlegt und der Geologie und Paläontologie gewidmet sind, finden sich auf der linken Seite Vitrinen mit rötlicher Lichtgestaltung. In diesen sind einige Exponate der keltischen und römischen Besiedlungsphase der nahe gelegenen archäologischen Fundstelle Gurina ausgestellt, deren örtliche Besichtigung noch für den Nachmittag auf dem Programm stand.Dellach - 003

Im angrenzenden Raum werden dann zum einen auf mehreren Dellach - 005Tafeln einige allgemeine Informationen zur Geologie und Geschichte der Alpenregion gegeben. Zusätzlich findet man hier interaktive Stationen, die nähere Informationen zu geologischen, paläontologischen und archäologischen Fundstätten im Großraum der Karnischen Alpen geben. Die hierfür zum Einsatz gebrachten digitalen Verbreitungskarten mit den anklickbaren Bildern inspirierten uns direkt zu einigen weiteren Ausflügen.

Dellach - 006Den Abschluss bildet eine kleine Experimentierstube. Hier sind vor allem für die Kinder einfache Versuche vorbereitet, an Hand derer z.B. optisch ähnliche Gesteinsarten auf Grund ihres Härtegrads unterschieden werden können oder Mineralien am Geruch identifiziert werden. Im Grunde für Kinder ab dem Grundschulalter konzipiert, fanden es auch unsere Mädels schon spannend zu probieren, was denn nun alles am Magneten „kleben“ bleibt oder was passiert, wenn man Essig über Kalkstein gießt.

Beim Hinausgehen testeten wir dann noch den Erdbebensimulator aus, der selbst kleinste Erschütterungen durch bloses Gehen als Ausschläge auf einem Monitor darstellt. Allerdings war es den Kindern doch etwas unheimlich, dass sie an dieser Stelle mal so richtig nach Herzenslust springen durften/sollten, um zu sehen, wie sich der Ausschlag des Seismograph dann verändert.

Einen ausführlichen Bericht zu unserer Besichtigung der Gurina findet Ihr im nächsten Blogbericht. Zusätzlich könnte ihr auf unserem Partnerblog mountainbatchers.de den Besuch der Gurina auch unter wandertechnischen Aspekten nachlesen sowie bald ein wenig mehr über die weiteren im Besucherzentrum inspirierten Ausflüge zum GeoTrail Zollner See und den GeoTrail Laas erfahren. Folgt einfach dem jeweils unterlegten Link.

Und zum Abschluß noch eine kleine Auswahl der Ergebnisse der kindlichen Fotosession. Wenn auch nicht immer scharf, oft nicht zentriert und gerne auch aus einem gewöhnungsbedürftigen Winkel, haben dies Aufnahmen doch oft ihren besonderen Reiz.

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Dellach – Besucherzentrum GeoPark Karnische Alpen oder wie Geologie, Paläontologie und Archäologie unter einen Hut gebracht werden:  

Über carmen

Archäologin - Studium der Vor- und Frühgeschichte, vergleichende Religionswissenschaft und Ethnologie in Bonn mit Magisterabschluss Mitwirkung an verschiedenen Grabungsprojekten in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Baden-Württemberg als Grabungsleitung. Erfahrungen bei Ausstellungskonzeptionen und als Museumsführer. Als Mutter zweier kleiner Kinder mittlerweile freiberuflich als Archäologin und Museumspädagogin an Kindergärten und Schulen tätig.


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